Für Betroffene
Orientierung nach dem Ediktseintrag
Wenn Ihre Liegenschaft in der Ediktsdatei aufscheint, verändert sich Ihr Briefkasten. Diese Seite erklärt, was jetzt passiert, welche Angebote Sie erreichen werden – und wie Sie jeden Absender in Ruhe prüfen können. Auch uns.
Was jetzt passiert
Die Ediktsdatei ist ein öffentliches Register der österreichischen Justiz. Sobald ein Versteigerungstermin veröffentlicht ist, können ihn alle einsehen – auch gewerbliche Anbieter, die gezielt Betroffene anschreiben. Es ist deshalb normal, dass Sie in den Tagen und Wochen nach der Veröffentlichung Post von Firmen erhalten, die Sie nicht kennen.
Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, jede Zusendung in Ruhe zu prüfen. Wichtig: Bis zum Versteigerungstermin ist in der Regel mehr Zeit, als es sich anfühlt – überstürzte Entscheidungen sind fast immer die schlechteren.
Wer Ihnen jetzt schreiben wird
Sofortankäufer
Bieten schnellen Kauf Ihrer Immobilie, oft unter Marktwert. Kann in Einzelfällen ein Ausweg sein – achten Sie auf das Verhältnis des gebotenen Preises zum Schätzwert im Gutachten und lassen Sie den Vertrag prüfen, bevor Sie unterschreiben.
Sale-and-Leaseback-Anbieter
Kaufen Ihre Immobilie und vermieten sie an Sie zurück, teils mit Rückkaufoption. Kann Wohnen sichern – entscheidend sind Kaufpreis, Miethöhe und die genauen Bedingungen der Rückkaufoption. Diese Verträge sind komplex und gehören vor Unterschrift zu einem Juristen.
Kredit- und Finanzierungsvermittler
Bieten Umschuldung oder Überbrückungsfinanzierung an. Kann die Versteigerung tatsächlich abwenden – prüfen Sie Effektivzins, Laufzeit, Nebenkosten und ob der Vermittler eine Gewerbeberechtigung hat. Vorsicht bei Vorabgebühren.
Immobilienmakler
Bieten den freihändigen Verkauf vor dem Termin an. Ein rechtzeitiger freier Verkauf erzielt meist mehr als die Versteigerung – realistisch ist das aber nur, wenn genug Zeit bleibt.
Vereine und Beratungsstellen
Auch wir gehören zu denen, die Ihnen schreiben. Prüfen Sie uns nach denselben Maßstäben wie alle anderen – siehe unten.
Warnsignale – bei jedem Absender
- ·Künstlicher Zeitdruck („nur diese Woche”, „letzte Chance”)
- ·Drängen auf einen Notartermin binnen weniger Tage
- ·Kaufangebote weit unter dem Schätzwert des gerichtlichen Gutachtens
- ·Gebühren, die vor jeder Leistung fällig werden
- ·das Versprechen, die Versteigerung „garantiert” zu stoppen
- ·Unterlagen, die Sie am Telefon oder an der Haustür sofort unterschreiben sollen
- ·kein vollständiges Impressum, keine nachprüfbare Registernummer
So prüfen Sie jeden Absender – auch uns
Nehmen Sie sich Zeit – seriöse Angebote gelten auch nächste Woche noch. Schlagen Sie Vereine im Vereinsregister nach (unsere ZVR-Zahl: 1912055718, prüfbar unter zvr.bmi.gv.at) und Firmen im Firmenbuch bzw. GISA. Kontrollieren Sie das Impressum. Unterschreiben Sie nichts beim Erstkontakt, weder am Telefon noch an der Haustür. Und holen Sie eine neutrale Zweitmeinung ein: Die staatlich anerkannten Schuldenberatungsstellen (schuldenberatung.at) beraten kostenlos und unabhängig – auch zu Angeboten, die Ihnen vorliegen, einschließlich unserem.
Wenn Sie möchten, ordnen wir Ihre Situation in einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch ein. Sie erreichen uns über den Kontaktbereich der Startseite.